Germania Ober-Roden – KSV Hessen Kassel 2:1 (0:1)
Drei Viertelfinals waren bereits ausgespielt, dreimal hatten die hessischen Topteams im Elfmeterschießen um den Einzug in das Final Four im Hessenpokal bangen müssen.
So sehr dem Glück überlassen wie in den höheren Klassen wohl üblich, wollen wir die Partie gegen den Regionalligisten aus Kassel heute dann doch nicht. Fair und in 90 Minuten besiegen wir den Gast aus dem Norden und verdienen uns mit einer herausragenden Teamleistung den Ehrenplatz unter den besten Vier Hessens – und somit ein erneutes Flutlichtspiel an der Frankfurter Straße gegen den SV Wehen Wiesbaden.
Vor einer großartigen Kulisse von 1220 Zuschauern, die an alte Hessenliga-Zeiten erinnern lässt, starten wir im pokaltypischen Abwehrpressing bissig ins Spiel und bieten dem KSV Hessen einen tiefen Block mit disziplinierter Defensive an, gegen den noch selten jemand mehr als vier Treffer erzielt hat.
Angeführt von Drilon Jashari im Zentrum und dirigiert von Neuzugang Tim Bärwalde im Kasten, verschieben wir solide und verteidigen enorm viel weg, so dass bis auf Flanken und Eckbälle wenig Richtung Tor kommt.
Beide Seiten haben eine Großchance vor der Halfte, die am Aluminium landet, Rupp trifft per sattem Schuss die Querlatte, Mo Ashriam setzt das Leder an den Kasseler Innenpfosten.
Einen Ballverlust von Geburtstagskind Sebi Marweg nutzt Kapitän Bravo Sanchez im Nachschuss zur Führung für den Favoriten, mit der es in die Pause geht.
Aus der Kabine kommen unsere Germanen aber mit wahnsinnigem Elan und Verve, treiben den Ball mit schönen Angriffen voran und kommen mit einem super herausgespielten Spielzug durch Kapitän Marc Züge nach Vorarbeit von Jonas Dapp zum Ausgleich.
Das Momentum nutzend holen wir kurz darauf eine Ecke raus, die flach verlängert in den Strafraum rutscht und in einem Bilderbuchmoment von Sebi zum Siegtor verwandelt wird, der damit seine Geschichte eigenhändig vom vermeintlichen Unglücksraben zum seligsten Mensch auf dem Vereinsgelände umschreibt.
40 lange Minuten müssen wir noch überstehen, doch die Leidenschaft und kämpferische Disziplin des gesamten Teams, ob auf oder neben dem Feld, trägt uns zum Triumph und in Sphären, die normal anderen Klubs vorbehalten sind.
Bericht: David Stemann
Fotos: Sascha Eysen





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